Von der Linde bis zum Gingko, frisch gepflanzt oder 100 Jahre alt.


Die Schul- oder Augsburger Konfessionslinde

Die Augsburger Konfession (Bekenntnis oder Eingeständnis) Confessio Augustana ist die bedeutsamste lutherische Bekenntnisschrift. Sie wurde von Melanchthon verfasst und im Jahre 1530 auf dem Reichstage zu Augsburg dem Kaiser Karl V. in lateinischer und deutscher Fassung überreicht. Die darin erwähnten 28 Artikel der Augsburger Konfession betonen das Gemeinsame zwischen Protestanten und Katholiken, die Kritik richtet sich vor allem gegen kirchliche Missbräuche. Zum 300 jährigen Jubiläum wurde 1830 in Ehrenhain eine Linde gepflanzt. Sie stand am Schulbrunnen, neben der alten Schule und zur Einfahrt zum Pfarrhause. 100 Jahre später, im Jahre 1930 wurde eine neue gesetzt bei der auch der Ehrenhainer Tischlermeister Wilhelm Schreck dabei war. Die Vorgängerlinde wurde gefällt und der Stamm versteigert. Der Höchstbieter war der Sägewerkbesitzer Edwin Gleitsmann aus Langenleuba – Niederhain, so weiß es der Ehrenhainer Fritz Zehmisch. Aus dem Stamm fertigte das Sägewerk Wabenbaurähmchen für die Imkerei. Diese Linde wurde im Auftrag der Gemeinde Nobitz von Herrn Walther aus Niederleupten im November 2002 fachgerecht umgelegt. Vorausgegangen war eine durch Ehrenhainer Anwohner angeregte Ortsbesichtigung durch die Gemeindeverwaltung Nobitz. Der mit anwesende zuständige Revierförster Zech stellte eine akute Gefährdung für den öffentlichen Verkehr und die anliegenden Gebäude fest. So wies die Linde starke innere Schäden auf (Aushöhlung, Frostleiste), welche ihre Standfestigkeit stark verminderte. Die Mitglieder des Ehrenhainer Heimatvereins pflanzten im März 2011 an die gleiche Stelle eine Winterlinde, gegenüber von Bauchs Hof am alten Schulbrunnen. So wurde eine alte Tradition fortgesetzt, an markanten Punkten und Orten einen Baum zu pflanzen. Möge er in 100 Jahren der nachfolgenden Generation Zeugnis davon geben und dabei an das Jahr 2011 zu erinnern.

Jürgen Quellmalz,
Heimatverein Ehrenhain.