Historisches & Heimatgeschichtliches aus Ehrenhain


Gedächtnishalle in der Ehrenhainer Kirche

Ehe ich heute eine weitere Gedenkstätte der gefallenen und vermissten Soldaten des 2. Weltkrieges aus dem Ehrenhainer Kirchspiel beschreibe, möchte ich unbedingt erwähnen, was die beiden Gedenksteine zum Aufgang der ehemaligen Schule betrifft. Das Umfeld dieser Gedenksteine, gepflegt, vom Unkraut befreit und mit Blumen geschmückt, wird jahrelang von Frau Margitta Käßner und Frau Inge Stamm ehrenamtlich in persönlicher Pflege betreut. Auch die Kirchgemeinde hat nach dem 2. Weltkrieg einen Raum geschaffen, zum Gedächtnis für die Gefallenen des 2. Weltkrieges in der Ehrenhainer Kirche. Vom 31. Mai 1955 bis zum 1. November 1955 war das Ehrenhainer Kirchspiel vakant, das heißt, es gab in dieser Zeit keinen ortsansässigen Pfarrer. Mit Wirkung vom 1. November kam der Pfarrvikar Helmut Wolf nach Ehrenhain und übernahm hier die Pfarrstelle. Am 6. August 1957 legte er das Kolloquium ab und wurde am 10. November in Eisenach durch den Herrn Landesbischof Mitzenheim ordiniert. Unter Pfarrer Wolf begann im Jahr 1958 eine umfassende Erneuerung der Kirche. Im Durchgang bzw. ehemaligen Ausgang durch das Westportal des Turmes konnte im Jahre 1958/59 bei der Kirchenrestauration eine Gedächtnishalle geschaffen werden. Der entstandene kleine Raum stellt eine Gedenkstätte für die im Krieg 1939 bis 1945 gefallenen Soldaten des Ehrenhainer Kirchspiels dar. Der Fußboden wurde mit roten Klinkern belegt, ebenso wie der neu erhöhte Altarraum. Viele Arbeiten wurden durch freiwilligen Arbeitseinsatz bewältigt. An diesen Bauarbeiten waren tätig: der Maurer Alfred Heimer und der Rentner Hermann Schramm aus Ehrenhain, ebenso der Rentner Gustav Korn aus Klausa. An der Westwand, dort, wo sich der ehemalige Westausgang befand, wurde ein pultartiger Stein angebracht, auf welchem in zwei Mappen die Namen bzw. Fotos der gefallenen Soldaten für die Nachwelt festgehalten und verewigt wurden. (Leider sind nicht alle Namen der Gefallenen in den Mappen aufgeführt).
Darüber steht der Gekreuzigte, das Kreuz wurde neu angefertigt, jedoch der Gekreuzigte ist schon viele Jahre alt, er wurde vom Boden des Langhauses in die Sakristei gebracht. Zur Rechten und zur Linken des Kruzifixes hängt je ein Wandteppich, zur rechten eine weinende Frau und Mutter, die ihre Toten beweint. Zur Linken des Gekreuzigten steht ein Mann mit der aufgeschlagenen Bibel in der Hand, der zu der weinenden Frau gewandt auf den Gekreuzigten zeigt, durch den wir allein Trost finden können in der Vergänglichkeit dieser Welt und Zeit. Zwei schmiedeeiserne Kerzenleuchter geben dem Raum als Gedächtnishalle ein würdevolles Gepräge. Zwei rechteckige Butzenscheibenfenster erhellen den Raum von zwei Seiten. Die Einweihung wurde am 25. Januar 1959 im Beisein des Thüringer Landesbischofs Mitzenheim, Gera bei der Übergabe der Kirche nach umfangreichen Baumaßnahmen vorgenommen. Die beiden Wandbehänge spendete das Ehepaar Weber aus Dippesldorf und zum Andenken ihrer zwei gefallenen Söhne schenkte die Familie Melzer aus Dippelsdorf einen neuen Teppich. Die beiden Sitzbänke in der Gedächtnishalle wurden von Frau Gertrud Bauer aus Heiersdorf gespendet

Jürgen Quellmalz,
Heimatverein Ehrenhain.
Gemeinsam Denkmale erhalten

Weitere Denkmäler